Bis zu 30 Prozent der Kinder und zehn Prozent der Erwachsenen in industrialisierten Ländern sind betroffen: Sie leiden unter Neurodermitis, eine entzündliche Erkrankung der Haut. Die Symptome sind alles andere als angenehm: Die Haut juckt, spannt und schuppt. Mal mehr und mal weniger. Neurodermitis (auch atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem) ist chronisch: Man kann sie lindern – heilen jedoch nicht. Die Erkrankung beginnt oft im Säuglingsalter und verläuft in Schüben, viele, die als Kind unter Neurodermitis litten, erfahren als Teenager eine Linderung.

Überreaktion der Haut

Die Haut der Patienten reagiert über: Die Schutzfunktion der Haut erkennt Reize nicht in einem normalen Maß und antwortet mit Entzündungen und Immunreaktionen. Neurodermitis und andere atopische Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma sind mit einer erblichen Veranlagung verbunden. Sind beide Eltern eines Kindes betroffen, besteht das Risiko, an Neurodermitis zu erkranken bei 66 Prozent. Ist nur ein Elternteil krank, reduziert sich das Risiko auf 35 Prozent und bei gesunden Eltern auf 15 Prozent.

Verschiedene Ansätze bei der Therapie

Die Therapie besteht aus mehreren Bausteinen und muss eng mit einem Dermatologen abgesprochen werden. Mit Medikamenten kann die überschäumende Immunreaktion abgeschwächt werden und es gibt auch Möglichkeiten, den Juckreiz abzuschwächen. Ein weiteres Problem: Bei Neurodermitis kommt es oft zu sogenannten Sekundärinfektionen. Bakterien, Viren oder Pilze dringen in die aufgekratzte Haut ein und rufen Infektionen hervor. Dagegen helfen Antibiotika bzw. Antimykotika. Kortison-Cremes lindern zwar die Beschwerden, sollten aber nur sehr selten und sehr kurz angewendet werden. Ein Beschwerdetagebuch kann dabei helfen, bestimmte Umwelteinflüsse zu identifizieren, die die Symptomatik verschlechtern.

Haut muss feucht und geschmeidig gehalten werden

Wichtig ist auch die Basispflege. Das heißt: Cremen, cremen, cremen, denn die trockene Haut muss feucht und geschmeidig gehalten werden, damit ihre Schutzfunktion verbessert wird. Je trockener die Haut, desto mehr Fett muss in der Creme sein. Beim Duschen sollte darauf geachtet werden, seifenfreie, rückfettende Waschzusätze zu verwenden, denn normales Duschgel entzieht der Haut wiederum Feuchtigkeit. Auch spezielle „spreitende“ Ölbäder können die Haut mit Fett versorgen. Bei Eucerin finden Sie die richtige Pflege der Neurodermitis.